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Medien - Mittler zwischen den Völkern | Ein Programm der Robert-Bosch-Stiftung mit der Berliner Journalistenschule

Medien-Mittler nach 13 erfolgreichen Jahren beendet

Nach 13 Jahren endet zum Jahresende 2015 das wohl erfolgreichste Austauschtauschprogramm für Journalisten aus und nach Mittel, Ost- und Südosteuropa. Seit 2003 kamen rund 200 Kolleginnen und Kollegen aus 24 Ländern der EU, der Östlichen Partnerschaft und dem westlichen Balkan nach Berlin - rund 50 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hospitierten in Redaktionen der Gastländer, meist betreut von Alumni.

Die Berliner Journalisten-Schule, die Robert Bosch Stiftung und das "Medien-Mittler"-Team danken allen Partnern für die langjährige Zusammenarbeit und Unterstützung und freuen sich auf ein Wiedersehen bei Alumniveranstaltungen und neuen Programmen.

Wer sich erinnern oder wissen möchte, was die ehemaligen Stipendiaten persönlich als prägende Eindrücke empfanden, findet Schlaglichter dazu hier im Blog.

Abschied, Sicherheit und Zukunftskonzepte

Gelungener Abschied für ein einzigartiges Programm: Mehr als 60 Alumni feierten Ende Mai mit den 15 Berliner Stipendiaten und Gästen aus den Redaktionen, Politik und Gesellschaft den letzten Jahrgang des Programms von „Medien - Mittler zwischen den Völkern“. Live und in Videobeiträgen aus zahlreichen Ländern zwischen Baltikum und Kaukasus erinnerten die Journalistinnen und Journalisten daran, was die Teilnahmen am wohl besten deutschen Austauschprogramm für sie persönlich veränderte und was es bis heute bedeutet.

Eingebettet war die Feier in ein großes Alumnitreffen, zum dem frühere Teilnehmer aus elf Jahrgängen und 19 Ländern im Wannseeforum zusammengekommen waren. Unter dem Thema „Sicherheit von und für Journalisten“ berichteten Kolleginnen und Kollegen von der Situation in ihren Ländern, von Druck aus dem Büro des Premierministers wie von gefährlichen Situation bei Recherchen zum Thema Menschenhandel oder auch von Morddrohungen gegen einen ein Stipendiaten, nachdem dessen Recherchen den Auftritt eines faschistischen Sängers in Berlin verhindert hatten. Der Pressesprecher von Reporter ohne Grenzen ergänzte diese Beschreibungen durch eine Übersicht über die Gesamtsituation in den „Medien-Mittler“-Teilnehmerländern, ein Vertreter des Tactical Technology Collective gab zum Abschluss Tipps, wie man sensible Daten vor fremdem Zugriff schützen kann.

Zweites zentrales Thema war die Fortführung der Alumniarbeit nach dem Auslaufen des Programms. Viele Anregungen dienten hier dem Ziel, unter einem zukünftigen gemeinsamen Dach mit anderen Journalistenprogrammen der Stiftung nicht das „Medien-Mittler“-Profil zu verlieren. Konkrete Vorschläge gab zum Ort des nächsten Treffens: Zwei Gruppen warben für das Baltikum bzw, Sarajevo als Ort des nächsten Treffens, das voraussichtlich im Frühjahr 2016 stattfinden soll. Und schließlich ging es um die Gesichter, die das Programm zukünftig verstärkt nach außen repräsentieren werden: Neben der bisherigen Alumnisprecherin Edita Badasyan aus Georgien wurden Anja Datan aus Deutschland und Amra Kardovic aus Bosnien als neue Vertreterinnen gewählt.

»Ich war überrascht, wie freundlich und herzlich ich vom Redaktionsteam begrüßt wurde. Ich hatte auch Glück bei einem Experiment dabei zu sein, nämlich bei der Frauensendung, die das ZDF Morgenmagazin zum ersten Mal in seiner Geschichte eingeführt hatte. Man kann noch lange darüber diskutieren, ob Frauen in Deutschland noch beweisen müssen, dass sie es auch ohne Männer schaffen. Doch Hauptsache ist, es war super bei dieser "Mädelssendung" mitwirken zu dürfen. Als Freie habe ich es in meinem Heimatsland nicht immer leicht die Redaktion von meinen Themen zu überzeugen. Bei den vielen Sitzungen der Planungsabteilung des ZDFs habe ich allerdings neue Tricks und Tipps gelernt, die ich jetzt auch nutzen kann, um meine Themenvorschläge zu verkaufen.« Amalia Oganjanyan, 29 Jahre, Tiflis, freie Journalistin Deutsche Welle, russische Redaktion/ ZDF